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Von Kunst aus – zur Kunst hin. Gesellschaft bilden

nur für Incom-Mitglieder

Ein künstlerisch-forschendes Blockseminar zu kuratorischen Ansätzen zeitgenössischer Kunstinstitutionen von Mona Jas in Zusammenarbeit mit Barbara Campaner (Georg Kolbe Museum) und Claudia Ehgartner (Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart).

Das Blockseminar untersucht zeitgenössische Formen des Kuratierens und fragt, wie sich gesellschaftlicher Wissenstransfer in Ausstellungsformaten künstlerisch umsetzen lässt. Ausgangspunkt bildet Eva Sturms Konzept einer Kunstvermittlung von Kunst aus: Kuratieren und Mitteln setzen bei der Eigenlogik der Werke an und führen zu ihnen zurück. Die Studierenden erproben diese Bewegung forschend an zwei Häusern vor Ort: dem Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart mit der Ausstellung Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours und dem Georg Kolbe Museum mit der Ausstellung everybody. Dazu werden die Ausstellungen von Rivane Neuenschwander, dream.lab, und von Carola Dertnig, Finally it’s Happening, im KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst (Österreich, St. Pölten) thematisiert.

Das Seminar knüpft an das gleichnamige Forschungsvorhaben (in Kollaboration mit der Universität der Angewandten Kunst Wien) an, das Performance und Notation auf ihre künstlerische Wissensproduktion hin befragt.

Inwieweit werden Ausstellungshäuser zu Plattformen demokratischer Aushandlung? Wie lassen sich kuratorische Ansätze übersetzen? Wie gestaltet ein Haus sein Programm mit und für unterschiedliche Öffentlichkeiten? Inwiefern gelangt Wissen durch Zeichnen, Notieren und Performance in einen Transfer? Wie erwächst aus dem Ausstellen ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Die Häuser verkörpern eigene institutionelle Logiken: das große staatliche Museum der Gegenwart, das biografisch gegründete Künstler:innen-Museum mit Fokus auf Körper und Skulptur sowie der experimentelle Produktions- und Diskursort - angeschlossen an die Landessammlungen NÖ, der sich an ein junges Publikum richtet und mit ihm arbeitet. Im Vergleich ihrer kuratorischen Ansätze treten verschiedene Modelle hervor, wie Kunst öffentlich wird und Gemeinschaft entsteht. Vor Ort entwickeln die Teilnehmer:innen eigene forschende Arbeiten – Notationen, Partituren, zeichnerische und performative Übersetzungen –, die einen kuratorischen Ansatz erschließen und kommentieren. Kurze fachliche Inputs, Recherche, Teamarbeit und Präsentationen strukturieren die Woche.

Ablauf

Vorbereitung · Lektüre und Recherche, frei einteilbar

Arbeitsform: individuell

Baustein 1 · Mo 2.11.2026, 10–15 Uhr

Auftakt: Von Kunst aus, zur Kunst hin. Fragestellung, methodischer Rahmen, Performance und Notation, Score und Partitur.

Arbeitsform: Plenum, weißensee kunsthochschule berlin

Baustein 2 · Di 3.11.2026, 10–15 Uhr

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Einen kuratorischen Ansatz vor Ort erforschen, am Beispiel der Ausstellung Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours.

Arbeitsform: Plenum und Team vor Ort

Baustein 3 · Mi 4.11.2026, 10–15 Uhr

Georg Kolbe Museum. Körper, Skulptur, Raum: kuratorische Setzung und ihre Öffentlichkeit untersuchen am Beispiel der Gruppenausstellung everybody mit mit Pauline Boudry und Renate Lorenz, EVA & ADELE, Carolyn Lazard, Monilola Olayemi Ilupeju, Janne Kummer, Luís Lázaro Matos und Lauryn Youden.

Arbeitsform: Plenum und Team vor Ort

Baustein 4 · Do 5.11.2026, 10–15 Uhr

Fallstudie KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst: Entlang der Ausstellungen Rivane Neuenschwander, dream.lab; Carola Dertnig, Finally it's Happening, und Graziela Kunsch Die Kinderregierung vergleichen die TN die kuratorischen Ansätze.

Arbeitsform: Plenum, weißensee kunsthochschule berlin [Anbindung KKL: digital]

Baustein 5 · Fr 6.11.2026, 10–15 Uhr

Zusammenführung: Präsentation der forschenden Arbeiten, Reflexion Gesellschaft bilden.

Arbeitsform: Plenum, weißensee kunsthochschule berlin

Nachbereitung · Verschriftlichung einer kurzen Arbeit (3–4 S.), Abgabe bis Ende März

Arbeitsform: individuell

Auswahl an Fachliteratur

Bishop, Claire (2012): Artificial Hells. Participatory Art and the Politics of Spectatorship. London / New York: Verso.

Carson, Anne (1986): Eros the Bittersweet. An Essay. Kapitel „Alphabetic Edge“, S. 53–61. Princeton: Princeton University Press.

Dertnig, Carola / Seibold, Stefanie (Hg.) (2006): let's twist again. Was man nicht denken kann, das soll man tanzen. Performance in Wien von 1960 bis heute. Gumpoldskirchen / Wien: D.E.A.

Dertnig, Carola / Thun-Hohenstein, Felicitas (Hg.) (2014): Performing the Sentence. Research and Teaching in Performative Fine Arts. Berlin: Sternberg Press.

Folkerts, Hendrik (2016): Der Partitur nach. Notation, Verkörperung und liveness. In: South as a State of Mind #7 (documenta 14 #2).

Gunsilius, Maike / Kowalski, Hannah (2021): Handeln. Entscheiden. Performen. Künstlerische Forschung mit Kindern und Jugendlichen. Bielefeld: Athena.

Halprin, Anna (1995): Moving Toward Life. Five Decades of Transformational Dance. Hg. Rachel Kaplan. Middletown: Wesleyan University Press.

Ingold, Tim (2007): Lines. A Brief History. London / New York: Routledge.

Jas, Mona (2024): Wissenstransfer und Wissen teilen. Von wechselseitigen Lernprozessen im Kontext einer Kunstinstitution. In: Kulturelle Bildung Online (peer reviewed, DOI 10.25529/qpdv-be17).

Jas, Mona / Weigl, Aron (Hg.) (2024): Können Institutionen (laufen) lernen? Wien: Passagen.

Kunsch, Graziela (2022): Public Daycare / Eltern und Kleinkinder Krippe. Ausstellungsbeitrag, documenta fifteen, Kassel.

Rancière, Jacques (2008): Le spectateur émancipé. Paris: La Fabrique (dt. Der emanzipierte Zuschauer. Wien: Passagen, 2009).

Sturm, Eva (2011): Von Kunst aus. Kunstvermittlung mit Gilles Deleuze. Wien / Berlin: Turia + Kant.

Ausstellungen (Auswahl)

Juliet Kinchin, Century of the Child: Growing by Design, 1900–2000. Museum of Modern Art, New York (29.7.–5.11.2012).

Mercedes Azpilicueta, CaccHho CucchhA (Ausstellung für Kinder und Erwachsene). de Appel, Amsterdam (13.9.–23.11.2025); Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz (ab 3.5.2026); KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst, St. Pölten (ab 10.3.2028).

Lygia Clark, Retrospektive. Neue Nationalgalerie, Berlin (23.5.–12.10.2025).

Carola Dertnig, Finally it's Happening. Raumkonzept: Seth Weiner. KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst, St. Pölten (25.9.2026–21.2.2027).

everybody. Mit Pauline Boudry und Renate Lorenz, EVA & ADELE, Carolyn Lazard, Monilola Olayemi Ilupeju, Janne Kummer, Luís Lázaro Matos und Lauryn Youden. Georg Kolbe Museum Berlin (8.8.2026 – 29.11.2026)

Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours. Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Berlin (01.05.2026–10.01.2027)

Rivane Neuenschwander, dream.lab. KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst, St. Pölten (13.9.2024-23.2.2025); Kunsthalle Mainz (7.3.-15.6.2025); Itaú Cultural, São Paulo, Brazil (14.8.-2.11.2025)

Anmeldung

Anmeldung bis [Anmeldeschluss] unter [incom-Link einfügen]

Max. [25] Teilnehmende – first come, first serve.

Voraussetzungen

Voraussetzung sind die regelmäßige Teilnahme, die Vor- und Nachbereitung der Bausteine mit Texten und kurzen Übungen sowie eine kurze schriftliche Arbeit. Diese bezieht sich frei auf einen kuratorischen Ansatz einer der besuchten Institutionen.

Fachgruppe

Theorie und Geschichte

Kunstwissenschaft

Semester

Wintersemester 2026 / 2027

Wann

Blockseminar, 10:00 – 15:00

Erster Termin

02.11.2026

Prüfungsleistung

Voraussetzung sind die regelmäßige Teilnahme, die Vor- und Nachbereitung der Bausteine mit Texten und kurzen Übungen sowie eine kurze schriftliche Arbeit. Diese bezieht sich frei auf einen kuratorischen Ansatz einer der besuchten Institutionen.

Raum

khb, Aula

Archivierung

Februar 2032

Lehrende