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T a l k i n g H o u s e

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Wir haben ein Gebäude zu beschreiben und zu erklären, dessen oberes Stockwerk im 19. Jahrhundert errichtet worden ist; das Erdgeschoss datiert aus dem 16. Jahrhundert, und die nähere Untersuchung des Mauerwerkes ergibt die Tatsache, dass es aus einem Wohnturm des 11. Jahrhunderts umgebaut worden ist. Im Keller entdecken wir römische Grundmauern, und unter dem Keller findet sich eine verschüttete Höhle, auf deren Grund Steinwerkzeuge in der höheren Schicht und Reste der gleichzeitigen Fauna in der tieferen Schicht aufgedeckt werden. Das wäre etwa das Bild unserer seelischen Struktur.      C. G. Jung

Das lateinische Wort Domus bedeutet primär „Haus“, „Wohnung“ oder „Heimat“. Das Wort Haus stammt vom germanischen Wort hūs ab, dessen ursprüngliche Bedeutung sowohl das Gebäude, als auch die Familie bezeichnete. Oft bedeuten Häuser oder Wohnungen mehr als nur eine Behausung. Sie sind von der Persönlichkeit der Bewohner-innen geprägt.

Ein Haus ist ein Träger der Geschichte. Vor allem der Familiengeschichte. Thomas Mann erzählt in seinem Roman“ Buddenbrook“ vom Aufstieg und Untergang einer wohlhabenden Lübecker Kaufmannsfamilie über vier Generationen. Das Buddenbrookhaus existiert als historisches Gebäude in der Mengstraße 4 in Lübeck. Es war der Wohnsitz seiner Großeltern. Das Haus diente ihm als Vorbild für den Roman.

Im Haus gibt es Räume, die nach ihrer unterschiedlichen Funktion verteilt und benannt sind. Schlafzimmer. Arbeitszimmer. Wohnzimmer. Kinderzimmer. Küche. Bad. Toilette. Gastzimmer. Lager. Keller usw. Die Räume werden nach ihrem Funktionsbedarf eingerichtet. Einige Gegenstände werden entsprechend ihrer Funktion einem bestimmten Zimmer zugeordnet. Bett zum Schlafzimmer. Kühlschrank zur Küche. Sofa zum Wohnzimmer. Zahnbürste zum Bad usw. Sie können aber auch über ihre Funktion hinaus oft als Projektionsfläche zu einer werdenden Geschichte verstanden werden. Sie sind symbolträchtig.

Im Haus gibt es weitere Räume. Gänge und Treppen. Sie sind Durchgangsräume, die als Glieder zwischen den Räumen dienen. Außerdem gibt es Elemente, die sich typischerweise in einem Zimmer befinden. Wände, Türen und Fenster. Die Wände teilen zwei Räume. Die Tür ermöglicht es, den Raum zu begehen, wenn sie offen ist. Wenn sie zu ist, bleibt der Raum als private Sphäre zu bestehen. Die Fenster lassen von innen nach außen durchblicken, ohne dass sie geöffnet werden.

Die Kurzgeschichte „Die Stelle an der Wand“ von Virginia Woolf weist vor, wie ein innerer Dialog von einem Mal an der Wand angestoßen wird und wie der Fleck als Projektionsfläche der Fantasie dient, als sie ein Kleinfleck an der Wand über dem Kamin entdeckt. In der Graphic Novel „Fun Home“ beleuchtet Alison Bechdel ihr Familienleben, autobiografische Spurensuche nach ihrer Identität als Lesbe und der unterdrückten Homosexualität ihres Vaters.

Sei es eine Wand oder ein ganzes Haus, die Räume drin sind erlebte Räume, über die es zum Erzählen gibt. Im Projekt werden Geschichten aus den Räumen herausgeholt, um sie nach und nach sichtbar zu machen. Sie werden mit der Hand gezeichnet und mit beiden Händen in Ton geformt. Ein Körper der Geschichte steht im Raum und die Zwischenräume werden geschaffen.

Vorausgesetzt: Es wird in Teams gearbeitet. Es gibt vorgegebene Räume (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Küche, Bad). Es sind zweimal zweitägige Keramikworkshops anwesenheitspflichtig.

Begleitet: Theoretische Einführung von Prof. Joseph Imorde, Vertiefungskurs von Suse Bauer, Einführung Keramikwerksatt von Sabine Selmke und Buchgestaltung von Matthias Hübner

Projektbeginn: Mi. 8.4.2026 um 10 Uhr, C104

Unterrichtstage: i.a. Montags und Dienstags, selten Mittwochs

Fachgruppe

Visuelle Kommunikation

Semesterprojekt

Semester

Sommersemester 2026

Erster Termin

08.04.2026

Raum

C104, VK

Archivierung

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