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Die Berliner Landschaft der Künstlerresidenzen in Zeiten von COVID19

öffentlich

Offen für Studierende aller Studiengänge

Mittwoch, den 14. Oktober 2020 10.00-12.00 Uhr Hörsaal, KHB

Mittwoch, den 16. Dezember 2020 10.00-12.00 Uhr Hörsaal, KHB

Mittwoch, den 3. Februar 2021, 10.00-12.00 Uhr Hörsaal, KHB

Die weiteren Termine finden alle zwei Wochen mittwochs 10.00-12.00 Uhr online statt. Besuche von Berliner Künstlerresidenzen sind in Planung. Maskenpflicht besteht bei allen Präsenzveranstaltungen.

Anmeldung erforderlich bis zum 1.10.2020 unter jbjoly51@gmail.com

Die Tradition von Künstlerresidenzen geht auf das 17. Jahrhundert zurück. 1666 wurde die Académie de France in Rom gegründet, wahrscheinlich die erste Institution dieser Art in Europa; sie nahm junge französische Künstler auf, die in Rom ihre Ausbildung am Beispiel der Antike und der Meister der Renaissance vervollkommnen sollten. Künstlerkolonien, entstanden durch die Initiative von gleichgesinnten Privatpersonen –meistens Künstler/innen– verbindet man ebenso mit der Tradition der Künstlerresidenz: Die Künstlerkolonie Worpswede, gegründet 1889, galt als Inbegriff einer unabhängigen Gemeinschaft von Künstlern/innen, die sich vom offiziellen Kunstbetrieb abgesondert hatte. Künstlerresidenzen sind aber auch ein urbanes Phänomen, das seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts die Kunstszenen von europäischen und nordamerikanischen Metropolen wesentlich geprägt hat. Neben der unmittelbaren Förderung von Künstlern verfolgten die Gründungen des West-Berliner »Artists-in-Residence«-Programms durch die Ford Foundation im Jahre 1962, des Berliner DAAD Künstlerprogramms ein Jahr später und der Pariser Cité Internationale des Arts ebenso 1963 auch kulturpolitische Ziele: Beide Initiativen hatten sich vorgenommen, das jeweilige Kulturleben durch die Einladung an internationale Künstler/innen zu verstärken. Heutzutage bieten in Berlin beinahe 40 Künstlerresidenzen Arbeits- und Wohnmöglichkeiten an internationale Künstlerinnen und Künstler, die davon träumen, sich für eine Weile mit der hiesigen Szene zu vernetzen. Denn für Berlin-Anfänger gelten Künstlerresidenzen als Türöffner in das Kunstleben der Stadt.

Das Seminar wird sich am Beispiel Berlin mit dem Phänomen Künstlerresidenz befassen und auf folgende Fragen eingehen: Welche Rolle spielen tatsächlich Künstlerresidenzen im Berliner Kulturbetrieb? Wie arbeiten sie mit anderen Kulturinstitutionen zusammen? Wie sind sie allgemein vernetzt? Wovon leben sie? Was ist ihr Selbstverständnis? Wie werden sie wahrgenommen, wie von den Künstlern/innen, die sie beherbergen, eingeschätzt?

Die COVID19-Krise stellt das Selbstverständnis von Künstlerresidenzen in Frage, denn bis jetzt begründeten sie ihre Existenz auf die Präsenz ihrer Gäste in den eigenen Räumen. Welche kurz- und langfristigen Konsequenzen wird dies für die Institution Künstlerresidenz haben? Vielleicht birgt diese Krise auch Chancen, die klassischen Formate und Modelle zu überdenken?

Im Rahmen dieses Seminars werden möglichst alle Berliner Residenzen erfasst. Ausgehend von Interviews mit deren Vertretern/innen und deren Gästen werden Berichte über einzelne Künstlerresidenzen verfasst.

Fachgruppe

Theorie und Geschichte

Semester

Wintersemester 2020 / 2021

Raum

Hörsaal

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